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Architekturbüro Löneke
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Kindertagesstätte Bullenhuser Damm

Bei der vorliegenden Baumaßnahme handelt es sich um den Umbau des Erdgeschosses und des 1.Obergeschosses im Ostflügel der ehemaligen denkmalgeschützten Schule am Bullenhuser Damm zu einer Kindertagesstätte.

Diese Schule war im dritten Reich Außenstelle der SS und erlangte mit der Hinrichtung von 25 Kindern und 3 polnischen Gefangenen aus dem Konzentrationslager Buchholz im Keller des Gebäudes traurige Berühmtheit.

Die Einrichtung einer Kindertagesstätte an diesem Ort ist der Versuch eines Neuanfanges mit dem Blick in die Zukunft und wurde von der Organisation Gedenkstätte am Bullenhuser Damm unterstützt. Architektonische Idee ist es, diesem Blick eine neue Richtung zu geben.

Alle Einbauten, Vorsatzschalen, Trennwände, Treppen etc. wurden um 3° gedreht und setzen sich somit vom Bestand ab.

Es gibt keine Zukunft ohne eine Vergangenheit.

Es wurde eine Kindertagesstätte für eine Krippe, 12 Kinder, und zwei Elementargruppen, 40 Kinder, einge-richtet.

Eingestellte Vorsatzschalen, die die Wandabwicklung der bestehenden Räume umfahren und um 3° gegenüber dem Bestand gedreht wurden, dienen zur Aufnahme von Schränken und Geräten.

Durch die neu entstandene Sichtkante auf der Höhe von 2.70 m werden die ansonsten sehr hohen Räumlichkeiten optisch begrenzt und schaffen somit für die Einrichtung einer Kindertagesstätte eine bessere Raumatmosphäre.

Ein Leuchtstoffband am Abschluss der Wände erzeugt eine indirekte Grundbeleuchtung der Räume. Wandstrahler dienen zur punktuellen Ausleuchtung in den erforderlichen Zonen der Räume.

Podeste und Emporen gliedern die Räume in verschieden große Bereiche und gewähren den Kindern Ausblicke nach draußen.

Für die Kindertagesstätte wurde ein Außenbereich gestaltet, der Abstellmöglichkeiten für Kinderwagen und Fahrräder bieten sollte.

Der Bereich liegt am befahrbaren Hofgelände hinter der ehemaligen Schule. Eine Abgrenzung zum Fahrverkehr war daher wünschenswert.

Thematisiert wurde die historische Komponente der Gedenkstätte am Bullenhuser Damm, wo am 20. April 1945 20 Kinder durch SS-Mannschaften ermordet wurden.

Auf der Außenfläche wurden U-Steine (innerhalb eines Rasters 60cm x 60cm) gesetzt, die zum Setzen und Spielen einladen. Die mit der Sitzfläche nach unten gedrehten U-Steine stehen für den Verlust der 20 Kinder.

Holzsitzbänke können innerhalb des Rasters in jeder beliebigen Richtung auf den U-Steinen platziert werden.

Die Kombination von verschieden gedrehten Steinen steht für Versöhnung / Neubeginn.

Eine Pergola dient als Pflanzenrankhilfe und ist als „grüne Wand“ zum Außenbereich geplant, die von den Kindern auch bespielt werden kann.